(Hamburg, 5. April 2012) Jede Agentur bemüht sich beim Pitch um die Erstellung eines Marketing-Konzeptes bzw. um die Entwicklung einer kreativen Leitidee oder einer neuen Werbekampagne. Dieser zeitintensive interne Aufwand muss auch finanziell honoriert werden.

Dies ist leider aber immer noch nicht auf Kundenseite akzeptiert. Oft nutzen Unternehmen die Möglichkeiten mit einem Pitch an neue, frische Ideen zu gelangen. Dafür lässt man einfach 5-8 willige Agenturen eine Woche kostenlos für sich arbeiten und schöpft die besten Ergebnisse ab. Die Werbeagentur, die am Ende dann schließlich den Wettkampf für sich entscheidet, hat die Möglichkeit die angefallenen Stunden im Rahmen der weiteren Zusammenarbeit irgendwie wieder reinzurechnen. Alle anderen Agenturen gehen leer aus.

Die Frage die sich hier stellt ist: Kann man Unternehmen x überhaupt einen Vorwurf machen, so lange es noch Agentur y gibt, die „intelligenter Weise“ dieses Spiel mitspielt? Es gehören nämlich immer zwei dazu. Ein Unternehmen das für hoch kreative Arbeit und Ergebnisse nicht bezahlen will und eine Agentur die es mit sich machen lässt.

Doch damit soll jetzt Schluss sein – so fordert es zumindest die Agenturberatung Cherry Picker, die einen Honorar-Leitfaden für Pitches veröffentlichte. „Wenn Unternehmen langfristig und fair mit einer Agentur zusammen arbeiten wollen, sollten Honorare als Aufwandsentschädigung selbstverständlich sein“, sagt Oliver Klein, Gründer und Inhaber von Cherry Picker. „Mit unserer Empfehlung wollen wir von Anfang an die Weichen für eine respektvolle Partnerschaft zwischen Kunde und Agentur stellen.“

Es geht hier nicht darum, nur durch Teilnahmen an Pitches die Jahresumsätze zu generieren. Vielmehr werden die Briefings der Unternehmen für die Pitches immer umfangreicher und erfordern daher eine sehr zeitintensive Bearbeitung durch die jeweiligen Agenturmitarbeiter. Es kann und darf daher nicht sein, dass eine Agentur ihre Mitarbeiter auf höchst kreativen Niveau arbeiten lässt – und das ganze zum Nulltarif für das jeweilige Unternehmen. Das wäre so, als wenn ein Fliesenleger erst einmal kostenlos 1/3 des Badezimmers mit neuen Fliesen ausstattet, um seine Fähigkeiten und Ideen unter Beweis zu stellen. Und das alles mit der Unsicherheit, am Ende dann doch keinen Auftrag zu bekommen.  Versuchen Sie einmal so einen Handwerker zu finden.