(Hamburg, 16. Juli 2013) Es ist die Zeit der Fashion Weeks. Große Modelabels planen monatelang akribisch ihre Kollektion für die nächste Saison und lassen sich einiges einfallen, damit es ihre Kollektion in die besten Modemagazine schaffen.

Doch das war es auch schon. Modelabels setzen nach wie vor meist auf klassische Printwerbung. Ihre Marketingstrategien erinnern eher an die der 80er-Jahre. „Modemarketing funktioniert seit Jahrzehnten über immer mit den gleichen Werbeformen. Ein großes Foto und das Markenlogo daneben. Das war’s“ ließ der deutsche Geschäftsführer der US-Werbeagentur Ogilvy & Mather, Thomas Strerath, über die verstaubten Marketingstrategien verlauten. „Die Branche verschläft grundsätzlich alle Trends in der Kommunikation.“

Zum Beispiel auch im Bereich Social Media. Laut einer Studie des YouGovs, eines Kölner Marktfoschungsunternehmen, informieren sich nur rund 16 Prozent der modebegeisterten Nutzer von Twitter, Facebook & Co auf diesen Kanälen über die neuesten Trends.

Modefirmen bieten in sozialen Medien nicht, nach was die Nutzer suchen. „Facebook heißt 24 Stunden und sieben Tage die Woche im Dialog mit den Kunden zu stehen.“ Und genau da liegt das Problem. Zum althergebrachten Werbe-Konzept gehört es Distanz aufzubauen. Unnahbarkeit soll die Marke begehrlich machen.

Nur wenige Modefirmen, unter anderem H&M und Esprit, legen viel Wert auf ihre Social Media Präsenz. Beide Unternehmen weisen via Facebook auf Rabattaktionen oder Gewinnspiele hin und veröffentlichen Fotos ihrer Kollektionen. Die Kunden können die Fotos der Kleidungsstücke kommentieren; Kritik wird nicht gelöscht, sondern angenommen.

Es bleibt abzuwarten, ob weitere Modelabels dem Beispiel von Esprit & Co. folgen oder weiterhin auf Altbewährtes setzten werden.